Du bist doch kein Ausbeuter ...

Wie gewöhnlich hatte Brecht verabsäumt, sich um die urheberlichen Bewandtnisse des »Held der westlichen Welt« zu kümmern. Der Suhrkampverlag bemerkte, wie weit und wie hoch Brecht sich in das Unternehmen eingelassen hatte, und forderte für das Aufführungsrecht und das Recht an der von ihm vertretenen Laienübersetzung unverschämte 7,5 % der Tantième, welche ja bei den Theatern 10 % der Abendkasse beträgt.

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Hacks Shakespear1964 bearbeitete Peter Hacks auf Wunsch von Wolfgang Langhoff, bis 1963 Intendant des Deutschen Theaters Berlin, den ersten und zweiten Teil von Shakespeares »Heinrich IV.«. Er kondensierte den Zweiteiler auf Basis der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel auf die Spiellänge eines Abends, stellte einige Szenen um, übersetzte einige neu.

Das Stück, in dem sich die Szenen der Theateraufführung mit derbkomischen Jahrmarktsszenen abwechseln, ist eine besondere Herausforderung, da achtzehn Rollen von nur drei Darstellern verkörpert werden. Diese werden mit großer Spielfreude blitzschnell in immer andere Rollen schlüpfen.

 

»Die Christen … haben das Christentum verkleinert auf einen Rest von Sätzen über Gerechtigkeit, Tugend und die Herstellung einer würdigen Welt, lauter Sachen, auf die sich, Gott ist des Verfassers Zeuge, die Marxisten besser verstehen.«

In »Adam und Eva« wendet Peter Hacks die biblische Geschichte des Sündenfalls in eine formvollendete Komödie und entwirft sie als Urszene menschlicher Emanzipation. Der Verlust des Paradieses erscheint hier als das »große komische Bild vom Betreten der wirklichen Welt«, in dem sich das Geschöpf Gottes selbst als Schöpfer erkennt. Entstanden im Jahr 1972, ist dieses Stück zugleich ein heiter-ironisches Plädoyer für die Freiheit des Menschen und eine Reflexion über die Unerreichbarkeit vollkommener Verhältnisse.

»Hacks und die Klassen im Sozialismus«
Historische, gegenwärtige, utopische Fabeln und Entwürfe: Moritz Tassow, Ekbal, Numa, Prexaspes, Binsen – Gesprächsrunde mit Felix Bartels, Detlef Kannapin, Kai Köhler, Dieter Kraft und Johannes Oehme

Wie ändern sich Klassengegensätze und -interessen im sozialistischen Staat? Als eine Kernfrage bei Hacks stellt sich dies explizit im Briefwechsel mit Gossweiler dar. Wie sehr sie auch Strukturen seines Werks bestimmt, ist seither immer wieder diskutiert worden. Im nächsten Hacks-Gespräch erörtern fünf Wissenschaftler das Problem.

Hacks-Gespräche 12
Mittwoch, 29. Juni 2011, 19:30 Uhr
HABBEMA – Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft
Mülhauser Straße 6 / Hofgebäude Ecke Prenzlauer Allee
10405 Berlin
Eintritt: 5,-€/erm. 3,-€

»Wie das Schicksal an der Tür klingelt, kommt Matthus zu Hacks«
Siegfried Matthus, der wohl erfolgreichste der DDR-Komponisten – auch als eine dramatis persona von Hacksens Aristophanes-Adaption Die Vögel anzutreffen – kreierte mit dem Dichter Anfang der Siebziger Jahre zwei gemeinsame Projekte für die Bühne (Noch einen Löffel Gift, Liebling?, Omphale), außerdem tritt er als Schicksalsfigur von Hacks in dessen opernästhetischer Geschichte meiner Oper auf.

Genug Gründe, sich nun von Regisseur Olaf Brühl zu all dem und insbesondere Peter Hacks be- und ausfragen zu lassen.

Hacks-Gespräche 13
Mittwoch, 28. September 2011, 19:30 Uhr
HABBEMA – Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft
Mülhauser Straße 6 / Hofgebäude Ecke Prenzlauer Allee
10405 Berlin
Eintritt: 5,-€/erm. 3,-€