Eine Pinselei

Peter Hacks wollte eine Lesung von Thomas Mann in München besuchen und fand sie ausverkauft. Er bezog an der Eingangstür Posten, und als der Dichter erschien, hielt er ihm das Couvert eines Briefes entgegen, das er für den Notfall eingesteckt hatte. Sie lassen mich nicht hinein, klagte er, beleidigt, wie er sich fühlte.

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Am Samstag, 6. November 2010, fand zum Thema »Salpeter im Haus. Peter Hacks und die Romantik« die dritte wissenschaftliche Tagung der Peter Hacks-Gesellschaft mit acht wissenschaftlichen Vorträgen statt.


Tagungsprogramm:

10.00 Uhr Dr. Kai Köhler, Berlin   
Kleist bei Hacks

10.45 Uhr Bernadette Grubner, Berlin   
So jagen Schatten Schatten – Romantik in »Rosie träumt«

11.30 Uhr Dr. Detlef Kannapin, Berlin       
Warum hat Peter Hacks Carl Schmitts »Politische Romantik« ignoriert?
Hacks' Stück schildert den Niedergang eines Großreiches, der durch die Zersetzungsbestrebungen einer christlichen Fronde befördert wird. Andererseits wurde die Heldin Rosvitha in der Rezeption meist als Trägerin einer verfrühten Utopie aufgefasst. Im Vortrag werden diese Betrachtungsweisen aufgeschlüsselt; anschließend wird behauptet, dass sie sich vermitteln lassen. Das Ergebnis ist nicht nur eine Stückinterpretation; es wird auch eine differenzierte Sichtweise auf Hacks' Romantikschelte vorgeschlagen.

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

Hacks war nicht wenig stolz darauf, die einzige deutsche Übersetzung des Begriffs Ästhetik geliefert zu haben: die Maßgaben der Kunst. So auch der Titel seiner gesammelten gültigen Essays zu kunstphilosophischen, poetologischen und gattungstheoretischen Fragen. Sie alle erörtert er systematisch, brillant und mit einem geschichtlichen Verständnis, das der Kunst die schönste Rolle bei der Entwicklung der menschlichen Gattung zuweist.

DrosteDas Erscheinen der fünfbändigen Ausgabe »Berlinische Dramaturgie« war Anlass für eine Buchvorstellung im Literaturforum im Brecht-Haus am 17. Juni. Zum Pressegespräch des Aurora Verlags kamen knapp zwanzig Neugierige. Sie wurden von Verleger Dr. Matthias Oehme begrüßt und über Entstehung und Entwicklung des aufwendigen Editionsprojekts informiert. Die beiden Herausgeber, Thomas Keck und Jens Mehrle, stellten die fünf Bände im einzelnen vor, schilderten die Arbeit der Arbeitsgruppen, die Hacks in der Akademie der Künste gleich nach seiner Aufnahme ins Leben gerufen hatte, und gaben einen Überblick über Teilnehmer und Themen. 


oskarEin großer Tag für Oskar Lafontaine: auf der 1. Tagung des 2. Parteitages der LINKEN in Rostock am 15.5. 2010 wurde er nicht nur gebührend verabschiedet sondern bekam auch eine Peter-Hacks-Werkausgabe (erschienen im Eulenspiegel Verlag) von niemand geringerem als Gregor Gysi überreicht. Dieser dazu: »… Wir schenken ihm zum Abschied als Parteivorsitzender eine Werkausgabe von Peter Hacks.
 Peter Hacks vereint politische Provokation und ästhetische Urteilskraft mit analytischer Schärfe und literarischer Kunstfertigkeit. Und Oskar liest gerne und darum weiß ich, dass er sich darüber sehr freut.«

(Foto: Frank Schwarz)

SchuberAm 7. Mai 1990 fand die letzte Sitzung der von Peter Hacks geleiteten Arbeitsgruppen über Dramatik, Ästhetik und Technik des Theater in der Akademie der Künste statt. Pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum sind soeben die Protokolle dieser Gespräche als »Berlinische Dramaturgie« im Aurora Verlag Berlin erschienen.