Du bist doch kein Ausbeuter ...

Wie gewöhnlich hatte Brecht verabsäumt, sich um die urheberlichen Bewandtnisse des »Held der westlichen Welt« zu kümmern. Der Suhrkampverlag bemerkte, wie weit und wie hoch Brecht sich in das Unternehmen eingelassen hatte, und forderte für das Aufführungsrecht und das Recht an der von ihm vertretenen Laienübersetzung unverschämte 7,5 % der Tantième, welche ja bei den Theatern 10 % der Abendkasse beträgt.

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Hacks war nicht wenig stolz darauf, die einzige deutsche Übersetzung des Begriffs Ästhetik geliefert zu haben: die Maßgaben der Kunst. So auch der Titel seiner gesammelten gültigen Essays zu kunstphilosophischen, poetologischen und gattungstheoretischen Fragen. Sie alle erörtert er systematisch, brillant und mit einem geschichtlichen Verständnis, das der Kunst die schönste Rolle bei der Entwicklung der menschlichen Gattung zuweist.

DrosteDas Erscheinen der fünfbändigen Ausgabe »Berlinische Dramaturgie« war Anlass für eine Buchvorstellung im Literaturforum im Brecht-Haus am 17. Juni. Zum Pressegespräch des Aurora Verlags kamen knapp zwanzig Neugierige. Sie wurden von Verleger Dr. Matthias Oehme begrüßt und über Entstehung und Entwicklung des aufwendigen Editionsprojekts informiert. Die beiden Herausgeber, Thomas Keck und Jens Mehrle, stellten die fünf Bände im einzelnen vor, schilderten die Arbeit der Arbeitsgruppen, die Hacks in der Akademie der Künste gleich nach seiner Aufnahme ins Leben gerufen hatte, und gaben einen Überblick über Teilnehmer und Themen. 


oskarEin großer Tag für Oskar Lafontaine: auf der 1. Tagung des 2. Parteitages der LINKEN in Rostock am 15.5. 2010 wurde er nicht nur gebührend verabschiedet sondern bekam auch eine Peter-Hacks-Werkausgabe (erschienen im Eulenspiegel Verlag) von niemand geringerem als Gregor Gysi überreicht. Dieser dazu: »… Wir schenken ihm zum Abschied als Parteivorsitzender eine Werkausgabe von Peter Hacks.
 Peter Hacks vereint politische Provokation und ästhetische Urteilskraft mit analytischer Schärfe und literarischer Kunstfertigkeit. Und Oskar liest gerne und darum weiß ich, dass er sich darüber sehr freut.«

(Foto: Frank Schwarz)

SchuberAm 7. Mai 1990 fand die letzte Sitzung der von Peter Hacks geleiteten Arbeitsgruppen über Dramatik, Ästhetik und Technik des Theater in der Akademie der Künste statt. Pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum sind soeben die Protokolle dieser Gespräche als »Berlinische Dramaturgie« im Aurora Verlag Berlin erschienen.

In den 70er Jahren war Hacks der wohl meistgespielte deutsche Dramatiker. Er wurde zum Klassiker, der breite Zuschauerkreise begeisterte, aber auch das Hochfeuilleton, und das bis heute, fasziniert. Dass Hacks aber durchaus auch für ein jugendliches Publikum interessant sein kann, zeigt der Artikel im aktuellen »Rolling Stone Magazin«.