Die Julklapp-Organisation

Die Golden Sixties der DDR, in denen die Wirtschaft gedieh, die Kultur blühte und die Parties rauschten, sind in Hacks' Erinnerung verkörpert in Gestalt des Julklappkränzchens. Die hauptsächlichen Cadres des Kränzchens waren vier Ehepaare, Hacks und Wiede, Manfred Krug und seine Frau Ottilie, Guy de Chambure und die Schauspielerin Christine Gloger vom Berliner Ensemble und die Nichtdrehbuchautoren Heinz Kahlau und Gisela Steineckert; die letztern lebten von Drehbüchern, welche die Defa regelmäßig ankaufte, aber niemals verfilmte.

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»Es gibt in der Republik nur zwei Dramatiker, und die sind verfeindet.«
(Peter Hacks)

Die Peter-Hacks-Gesellschaft hat erfreulicherweise Anlass, ein wichtiges Ereignis aus der Wissenschaftslandschaft mitzuteilen. Von der Philosophischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen ist am 15. Juli 2014 Ronald Weber mit der im folgenden näher beschriebenen Arbeit zum Dr. phil. promoviert worden:

Das antagonistische Drama des Sozialismus
Peter Hacks, Heiner Müller und der Streit im literarischen Feld der DDR


Die Dissertation ist unter dem Titel »Peter Hacks, Heiner Müller und das antagonistische Drama des Sozialismus«. Ein Streit im literarischen Feld der DDR im Verlag DE GRUYTER, ISBN 978-3-11-043917-5, 99,95 € erschienen.

Rezension von Kai Köhler in der jungen Welt vom 21.3.2016

Inhalt

Das literarische Feld der DDR

Hacks und Müller als häretische Gruppe im literarischen Feld
    - Die Etablierung im literarischen Feld
    - Das literarische Feld in den 1950er Jahren
    - Episch-revolutionäres Theater im Anschluss an Brecht
        -- Das Didaktische Theater
        -- Die ›didaktischen‹ Dramen Hacksʼ und Müllers
        -- Hacks und Müller – eine Gruppe im Feld?

Differenzen
    - Brecht fortschreiben – DER GLÜCKSGOTT
    - Der Skandal um DIE UMSIEDLERIN von Heiner Müller
    - Die ›helle‹ und die ›dunkle‹ DDR – MORITZ TASSOW und DIE UMSIEDLERIN
    - Die Abkehr vom Gegenwartsdrama
    - »Tertium datur.« Peter Hacksʼ ästhetische Theorie:
      Die sozialistische Klassik
    - Zwei dramatisch explizierte Geschichtsphilosophien
        -- MARGARETE IN AIX
        -- PHILOKTET
        -- Hacksʼ Kritik der Müllerschen Tragödie
    - Das antagonistische Drama des Sozialismus: Königsdrama und Lehrstück

Der Streit im literarischen Feld
    - Das literarische Feld in den 1970er Jahren
    - Das Öffentlich-Werden des Streits: Heiner Müllers MACBETH
    - Kanon-Revision: Was ist die Romantik?
    - »nix Schlegel«: Das Romantikbild von Peter Hacks
    - Vom Negativ der Utopie zur Utopie der Kunst: Müllers Drama in den
      1970er Jahren
    - Hacksʼ Kampf gegen die Romantik
        -- »Umlagert von Beatgruppen«? Verständigungsversuche
           in der Akademie
        -- Klassische Dramatik »angesichts mieser Männer und einer
           miesen Zukunft«
        -- Die Romantik auf dem Theater: Der Kampf gegen das Regietheater
        -- Hacks als Normhüter des Kanons: Der Angriff auf die
           romantischen Autoren
    - Die Eskalation des Streits: Die Ausbürgerung Wolf Biermanns
      und die Folgen

Ausblick (Nachwende; Heiner Müllers Mantel)