Du bist doch kein Ausbeuter ...

Wie gewöhnlich hatte Brecht verabsäumt, sich um die urheberlichen Bewandtnisse des »Held der westlichen Welt« zu kümmern. Der Suhrkampverlag bemerkte, wie weit und wie hoch Brecht sich in das Unternehmen eingelassen hatte, und forderte für das Aufführungsrecht und das Recht an der von ihm vertretenen Laienübersetzung unverschämte 7,5 % der Tantième, welche ja bei den Theatern 10 % der Abendkasse beträgt.

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DrosteDas Erscheinen der fünfbändigen Ausgabe »Berlinische Dramaturgie« war Anlass für eine Buchvorstellung im Literaturforum im Brecht-Haus am 17. Juni. Zum Pressegespräch des Aurora Verlags kamen knapp zwanzig Neugierige. Sie wurden von Verleger Dr. Matthias Oehme begrüßt und über Entstehung und Entwicklung des aufwendigen Editionsprojekts informiert. Die beiden Herausgeber, Thomas Keck und Jens Mehrle, stellten die fünf Bände im einzelnen vor, schilderten die Arbeit der Arbeitsgruppen, die Hacks in der Akademie der Künste gleich nach seiner Aufnahme ins Leben gerufen hatte, und gaben einen Überblick über Teilnehmer und Themen. 

Lebhaft und anregend unterstützt wurden sie dabei von einem unmittelbaren Zeitzeugen, Peter Liebers, der seinerzeit für die Organisation verantwortlich war, die Kommunikation mit Peter Hacks von Akademieseite aus bestritt und an den meisten Sitzungen teilgenommen hat. Der Schriftsteller Wiglaf Droste, mit Peter Hacks bekannt und vertraut, las Passagen aus einigen der Gesprächsprotokolle vor und schilderte seine Lektüreeindrücke vom Gesamtwerk – von ihm sind bereits Rezensionen der Berlinischen Dramaturgie erschienen.
Alle Beteiligten waren von der Überzeugug durchdrungen, dass diese Bände ein einzigartiges Instrumentarium und Arbeitsmittel für Theaterleute bereitstellen, dass sie aber ebenso von großer literatur- und kulturgeschichtlicher Bedeutung im Hinblick auf gesellschaftlich belangvolle Kunstdiskussionen in der DDR sind und hierin hohen Neuigkeitswert haben.

Die Berliner Zeitung schreibt dazu: »ein hochansehnliches Projekt, mit dem in der Tat ein Stück hohe Kultur aus der DDR in unsere Zeit herübergerettet wird...« Klischees, Vorurteile und eindimensionale Vorstellungen über DDR-Verhältnisse werden von diesen Dokumenten konterkariert, die überdies einen exzellenten Lesegenuß bieten.
Das Neue Deutschland über Peter Hacks und den Aurora Verlag: »Dem Eulenspiegel-Verleger Oehme, dessen unermüdlichem Engegement in Sachen Hacks wir nicht nur die 15-bändige Werkausgabe, zahlreiche Einzelbände, verschiedene Brief-Editionen und biografische Notizen verdanken, sondern auch die Gründung des ganz Hacks verpflichteten Aurora Verlags, spricht über die Berlinische Dramaturgie als ein Werk, ›in dem man vor allem Hacks beim Denken zuschauen und zuhören kann‹.«

Die Präsentation schloss mit dem Hinweis auf die große öffentliche Vorstellung der Ausgabe in der Akademie der Künste am 19. Oktober 2010, 20 Uhr.