Leitwort

Der Komponist Baby Faber hatte sich in Hacks’ frühen Münchener Jahren ein wenig seiner angenommen, erzählte ihm auch manche Begebenheiten und Erlebnisse.

Als die Nazis in zunehmendem Maße auf die Rassenfrage zu sprechen kamen, hatte Faber für angezeigt befunden, für eine Weile in einer psychiatrischen Anstalt Unterkunft zu suchen.

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Das HABBEMA hat eine erfolgreiche Premiere erlebt: Am Mittwoch, dem 9. Februar, wurde vor ausverkauftem Haus ein selten gespieltes Hacks-Stück gezeigt. Cox Habbema hatte sich »Musen« ausgesucht, um einen ganz besonderen Akzent zu setzen.
Vorgeführt wurde zunächst die Fassung des DDR-Fernsehens von 1981, in der Karin Gregorek, Eberhard Esche und Wolfgang Hoßfeld herausragend agierten.
Doch hatte man seinerzeit lediglich drei der vier Auftritte aufgezeichnet: Man sieht also Goethe enerviert an seiner Köchin Charlotte Hoyer scheitern, nimmt teil an der seelenvollen Selbstaufopferung der Charlotte Stieglitz für ihren Mann, den vermeintlich großen Dichter Heinrich Stieglitz, der groß allein in seinem Selbstmitleid und phrasenhaften Versen ist, und man erfährt noch mehr über Größenwahn und kaltes Kalkül in der Begegnung von Richard Wagner und Cosima von Bülow, die der Freund und Ehemann Hans von Bülow unglücklich stört.
Nicht gezeigt aber wurde im Fernsehen der vierte Auftritt, das gelegentlich durch einen Ministeriumsmitarbeiter gestörte Rendezvous zwischen der denk- und arbeitsscheuen Alt-Achtundsechzigerin Schmeckebier und dem berühmten modernistischen Staatsmaler Pfitzner auf der Herrentoilette im Staatsratsgebäude der DDR – zum Jahreswechsel 1999/2000. Beide hängen Erinnerungen und verpassten Gelgenheiten nach, um schließlich, beim Eintritt des dritten Jahrtausends, auf 1968 anzustoßen.

Dieser vierte Auftritt wurde im Anschluss an die Fernsehaufzeichnung nun von Cox Habbema, Wolfgang Hoßfeld und Rudi Lenk pointiert und hintersinnig gelesen. Viel Beifall sowohl für eine bemerkenswerte Studioinszenierung, die ebenfalls Cox Habbema zu verantworten hatte, wie für die Schauspieler. Es stellt sich erneut die Frage, und sie wurde auch von vielen Besuchern aufgeworfen, weshalb Hacks heute an deutschen Bühnen kaum gespielt wird. Denn alle fühlten sich auf frische, subtile und inspirierende Weise unterhalten.