Topic-icon Beckett und Hacks

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13 Sep 2016 12:33 #72 von Rosny
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Unter der Überschrift „Konzentriert aufs Wesentliche“ lobt die taz vom 10./11. September die Hamburger Aufführung: „Zum Saisonauftakt setzt das Polittbüro mit ‚Beckett, Beckett, Hacks‘ auf Unpopuläres. Aber der Abend mit drei kurzen Einaktern ist unbedingt sehenswert: eindringlicher kann Theater nicht sein.“ Die Begründung ist dann von der Art, dass selbst die taz sie nicht öffentlich zugänglich machen möchte ...

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13 Sep 2016 12:25 #71 von Rosny
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Man weiß inzwischen mehr über die womöglich bemerkenswerte Aufführung. Eine nicht minder bemerkenswerte, jedenfalls ganz gewiss zutreffende Rezension bringt es auf den Kern: "Das Thema, was den irischen Schriftsteller mit Peter Hacks (1928–2003), dem früheren DDR-Dramatiker, im modernen Theater eint, ist ein mitunter zäher, doch auch erhellender Abend." Erhellend zäh - man hat doch gleich eine Vorstellung.
http://www.abendblatt.de/kultur-live/article208232831/Zwei-Dramatiker-inszeniert-von-einem-Satiriker.html

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09 Sep 2016 12:17 #70 von Rosny
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Es war im Mai 1966, da erhielt Hacks einen Brief aus Hamburg, von einem der „Herausgeber“ des Dritten Programms. Das war ein herausragend gutes Kulturradio, und die tatsächlich Herausgeber geheißenen Macher hat man nur wenige Jahre amtieren lassen: Samuel Bächli, Hans Werner Henze und Walter Höllerer. Der Brief hat entfernt mit der Idee zu tun, in eben diesem Hamburg fünfzig Jahre später Beckett nicht mit Bildern vom sowjetischen Aufbau zu garnieren, wie das noch Brecht vorschwebte, sondern ihn gleich mit Hacks zusammen auf die Bühne zu bringen. Premiere war am 6. September. Man ist neugierig, aber noch hört man nichts vom Erfolg dieser Mesalliance. Und wir wissen auch nicht, was Beckett dazu gesagt hätte. Was Hacks betrifft, sind einige Äußerungen überliefert. Es soll hier zunächst einmal der bewusste Brief von Dr. Bächli genügen. Er berichtet von einem Kulturschock: „... vielen Dank für den freundlichen Empfang. Ich habe zwar Ihrer Verurteilung von Beckett nicht ohne Erschrecken beigewohnt, aber andererseits ist es ganz gesund, einmal etwas anderes zu hören als die üblichen begeisterten Phrasen, die konform und darum nicht nur langweilig, sondern auch suspekt sind. Soweit meine Gefühle, nachdem ich Sie verlassen hatte.“

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