Ist denn die Kunst wirklich nur dazu da, die verdammten albernen, vorübergehenden Peinlichkeiten einer Zeit vorzuführen oder ist sie nicht vielleicht dazu da, ausgehend von dem Material, das die Zeit anbietet, Lösungen zu finden und die Möglichkeiten einer Zeit zu untersuchen im Hinblick auf die Möglichkeiten, die die Menschheit als solche hat?
Peter Hacks
Künstlerverfolgung in der DDR

Kurt Borkwar der Verfasser eines Aufsatzes »Sprech-Kor-Dichtungen«, welcher 1929 in der kommunistischen »Neuen Bücherschau« erschienen war. Es waren Leute dieser Art, die in den
Leitungen der kulturellen Einrichtungen der DDR saßen.

In den sechziger Jahren, als Peter Hacks nach den Skandalen um »Die Sorgen und die Macht« und »Der Frieden« von den Bühnen des Landes so gut wie völlig verwiesen war, trafen sich Bork und er einmal auf der Freitreppe im Foyer eines Opernhauses. Dort standen sie, für jedermann sichtbar.

Ich habe, erzählte Kurt Bork, einen ganz gut ausgestatteten Fonds zu verwalten, der für Kulturschaffende bestimmt ist, die aus diesem oder jenem Grund in einer Verlegenheit sich befinden, und ich würde mich geehrt fühlen, wenn Sie sich gelegentlich an mich wenden wollten.

Hacks antwortete mit einem Zitat aus Brechts »Puntila«: Ich nehm nichts von denen.

Bork versetzte Hacks eine Ohrfeige.

Dann gingen sie auseinander, und sie behielten sich nach diesem Vorfall so lieb, wie sie sich bis zu diesem Vorfall gehabt hatten.

Aus: Was ist das hier?
130 Anekdoten über Peter Hacks und dreizehn anderweitige

von Pasiphae

Eulenspiegel Verlag, Berlin 2003
ISBN 978-3-359-01305-1
Gebunden, 96 Seiten, 9,90 EUR