Gedichte

Hier veröffentlichen wir jeden Monat Gedichte von Peter Hacks. Vorschläge sind willkommen. Am besten per E-Mail an unsere Kontaktadresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Alle hier veröffentlichten Gedichte sind urheberrechtlich geschützt © Eulenspiegel Verlagsgruppe.

 

Der Hof von heute

DIE LÄCHERLICHEN UNPREZIÖSEN

Wie Morgenwolken lockenschön das Bett
Umstehn, woraus die Sonne sich erhebet,
So – daß sich Glanz im Widerglanz belebet –
Im allerköniglichsten Kabinett
Stand Ludwigs Adel: rosenrot und weiß.
Das Rot war Bolus und das Weiße Reis.

Der Hof von heute, kann ich schwören, trägt
Nicht Locken mehr. Das Haar liegt rückgestriegelt.
Von frühen Glatzen wird der Tag gespiegelt.
Die Haut ist grau und ehrlich ungepflegt.
Mag aber sein, es riecht noch, wie es roch.
Sie duschen wieder. Und sie stinken noch.

War das das Ziel? Man folgt genauso kraß
Wie zu Versailles der Gierde des Gekröses.
Die gleiche Schurkerei, und nichts Preziöses.
Ich weiß ja nicht. Das leistet sich schon was,
Das obre Pack. Nun ist es schon genobelt
Und bleibt, als sei es unentgolten, ungehobelt.