Ist denn die Kunst wirklich nur dazu da, die verdammten albernen, vorübergehenden Peinlichkeiten einer Zeit vorzuführen oder ist sie nicht vielleicht dazu da, ausgehend von dem Material, das die Zeit anbietet, Lösungen zu finden und die Möglichkeiten einer Zeit zu untersuchen im Hinblick auf die Möglichkeiten, die die Menschheit als solche hat?
Peter Hacks
Gedichte

Hier veröffentlichen wir jeden Monat Gedichte von Peter Hacks. Vorschläge sind willkommen. Am besten per E-Mail an unsere Kontaktadresse Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

PLAGEJAHRE

PLAGEJAHRE


Lenins brausender Oktober
Half der Menschheit auf den Sprung,
Freilich wieder nur in grober
Paradieses Näherung.
Plagejahre, Übergang –
Manches dauert gar zu lang.

Roboter mit sanftem Nicken
Machen alle Handarbeit.
Pille lehrt die Frauen ficken.
Wo nur bleibt die goldne Zeit?
Plagejahre, Übergang –
Manches dauert gar zu lang.

Dämel druckt, ich bin verboten.
Was zum Kuckuck zügelt ihr,
Kampfgenossen, meinen Roten,
Pegasus, mein Flügeltier?
Einem Menschen mit Humor
Kommt das Leben komisch vor.

Eine Sonne ohne Farben
Schleppt sich hinter Wolken hin.
Du auch, Liebste, läßt mich darben,
Bist woanders, als ich bin.
Plagejahre, Übergang –
Manches dauert gar zu lang.