Tagung 2018

Mensch sein ist Ursach sein
Realismus auf dem Theatermagnushaus

Elfte wissenschaftliche Tagung der Peter-Hacks-Gesellschaft

Termin: Sonnabend, 10. November 2018
Ort:  Magnus-Haus, Berlin
Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin-Mitte

Die Tagung hat zum Zweck, zwei zentrale Begriffe der Ästhetik von Peter Hacks zu klären und miteinander ins Verhältnis zu setzen: Realismus und Dramaturgie. Damit schließt sie an Debatten an, die in den vergangenen Jahren geführt wurden, nämlich über die Wiederbelebung des Realismus und über die Krise des postdramatischen Theaters.

Mit dem Realismus hat sich Hacks seit seinem frühen, von ihm nicht in die Werkausgabe aufgenommenen Artikel „Das realistische Theaterstück“ von 1957 immer wieder beschäftigt. Einen Schwerpunkt bildet das erste Halbjahr 1978 mit den drei Akademiediskussionen „Zur Konzeption des sozialistischen Realismus 1934“, „Zur Realismustheorie von Georg Lukács“ und „Über sozialistischen Realismus heute“. Anhand der genannten wie auch anderer Beiträge gilt es zu klären, in welche Traditionslinien sich Hacks stellt und welche er ablehnt. Ebenfalls sollen die Fragen erörtert werden, wie sich Hacks’ Begriff des Realismus auf die gegenwärtige Diskussion beziehen lässt und wie sich derzeitige dramaturgische Ansätze, Realität auf der Theaterbühne zu repräsentieren, aus diesem Blickwinkel ausnehmen.

Seit seiner Dissertation zum „Theaterstück des Biedermeier“ standen dramaturgische Fragen für Hacks im Zentrum des Interesses. Dass er zu der Mehrzahl seiner Dramen Essays vorgelegt hat, zeigt, wie gründlich er die Wahl seiner Mittel reflektierte und wie er, indem er die Mittel offenlegte, auf die ästhetische Bildung des Publikums setzte. Aus seinen Aufsätzen zu Theater und Drama wie auch in den Akademiegesprächen ergibt sich eine Dramaturgie, die im Wesentlichen zwei Zielen dient: die Wirklichkeit mit ästhetischen Mitteln zu erfassen, vor allem aber die Aufmerksamkeit des Publikums nicht zu verlieren. Es gilt also, eine Dramaturgie nachzuzeichnen, in der Mimesis und Wirkungsabsicht zusammenkommen.

Erwünscht sind zum einen Vorträge, die das hier nur umrissene Feld genauer kartieren oder auch Hacks’ Ästhetik in Zustimmung oder Skepsis zum Ausgangspunkt nehmen, den Bereich von Realismus und Theater zu erforschen. Zum anderen sind auch in diesem Jahr besonders Vorschläge für Referate erhofft, die einzelne Werke oder Werkgruppen in den Fokus rücken: Wie zeigt sich Realismus konkret im Drama? Auf welcher Ebene (Stoffwahl, Fabel, Figuren) findet Repräsentation statt? Gibt es Elemente der Parabel, und in welchem Verhältnis stehen sie zur Realismuskonzeption?

Von großem Interesse ist auch, wie das Theater in den Werken verhandelt wird. Das gilt für die Erzählung „Ekbal, oder: Eine Theaterreise nach Babylon“, in der wenig maskiert dramaturgische Positionen auf den Bühnen der DDR zum Thema werden, aber auch für Stücke wie „Margarete in Aix“, „Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“, „Die Binsen“, „Fafner, die Bisam-Maus“ oder „Der Geldgott“, in denen es ein Theater auf dem Theater gibt und Hacks’ Wirklichkeitsbezug wie Wirksamkeit aufzeigt.

Noch kaum erforscht ist, für welches Theater Hacks seine Dramen schrieb, welchen Einfluss er auf Theater und Inszenierungen zu nehmen suchte und welche Theaterkonzepte er entwarf. Dabei wird der Realismus seiner Dramaturgie nur in den konkreten Inszenierungen wirksam. Willkommen sind also auch Vorträge, die einzelne Aufführungen oder aber die Theaterästhetik von Regisseuren, die Hacks inszenierten, zum Thema haben.

Termin für die Anmeldung eines Vortrags ist der 15. April 2018. Die Vortragslänge beträgt idealerweise 20, maximal 30 Minuten.

Die Anmeldung kann schriftlich, telefonisch oder per E-mail erfolgen.
Sie ist zu richten an:

Peter-Hacks-Gesellschaft e.V., Frau Jutta Becker, Torstraße 6, 10119 Berlin. Tel. 030-23 80 91 29, E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, oder: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Referate der Tagung werden im Aurora Verlag veröffentlicht.