Du bist doch kein Ausbeuter ...

Wie gewöhnlich hatte Brecht verabsäumt, sich um die urheberlichen Bewandtnisse des »Held der westlichen Welt« zu kümmern. Der Suhrkampverlag bemerkte, wie weit und wie hoch Brecht sich in das Unternehmen eingelassen hatte, und forderte für das Aufführungsrecht und das Recht an der von ihm vertretenen Laienübersetzung unverschämte 7,5 % der Tantième, welche ja bei den Theatern 10 % der Abendkasse beträgt.

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von Jakob Ole Lenz (Dresden)

12.45 Uhr

In seiner Ablehnung der Romantik bringt Peter Hacks in dem 1988 begonnenem und 1991 erschienenen Essay „Ascher gegen Jahn“ einen Autor in Stellung, der damals den wenigsten Geistes- und Sozialwissenschaftlern ein Begriff gewesen sein dürfte: den jüdischen Spätaufklärer und streitbaren Publizisten Saul Ascher (1767 – 1822). Auch in seinem polemisierenden Essay „Zur Romantik“ von 2001 stellt er Ascher noch einmal als Friedrich Ludwig Jahns „Gegenspieler in Berlin“ heraus. Schon der Klappentext von „Ascher gegen Jahn“ greift dabei die zur Erscheinungszeit „hochaktuelle“ deutsche Frage auf und verbindet sie lose mit Hacks‘ zentralem Kampf für die Klassik und gegen die Romantik.

Der Beitrag geht zunächst auf Ascher ein, von Hacks immerhin als „[e]iner von meinen Leuten“ vorgestellt. Dafür wird Hacks’ Relationierung von Ascher, Jahn und auch Johann Gottlieb Fichte in den Blick genommen, den Hacks durch die primäre Fokussierung auf Aschers Spätwerk zugunsten Jahns etwas zu beiläufig einführt. Im Anschluss wird ein Blick auf die Jahn-Forschung nach 1990 und ihre Reaktion auf Hacks‘ Essay geworfen und mit der Frage verknüpft, wie die neu gelöste nationale Frage in sowohl apologetischen als auch kritischen Jahnkreisen aufgenommen wurde.