Du bist doch kein Ausbeuter ...

Wie gewöhnlich hatte Brecht verabsäumt, sich um die urheberlichen Bewandtnisse des »Held der westlichen Welt« zu kümmern. Der Suhrkampverlag bemerkte, wie weit und wie hoch Brecht sich in das Unternehmen eingelassen hatte, und forderte für das Aufführungsrecht und das Recht an der von ihm vertretenen Laienübersetzung unverschämte 7,5 % der Tantième, welche ja bei den Theatern 10 % der Abendkasse beträgt.

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Ist denn die Kunst wirklich nur dazu da, die verdammten albernen, vorübergehenden Peinlichkeiten einer Zeit vorzuführen oder ist sie nicht vielleicht dazu da, ausgehend von dem Material, das die Zeit anbietet, Lösungen zu finden und die Möglichkeiten einer Zeit zu untersuchen im Hinblick auf die Möglichkeiten, die die Menschheit als solche hat?
Peter Hacks

von Prof. Dr. Jürgen Pelzer (Athen, per Zuschaltung)

14.30 Uhr

Im Beitrag soll Hacksens dritte Bearbeitung eines Aristophanes-Stücks analysiert werden. Sie unterscheidet sich in Form und Inhalt von den beiden vorhergegangenen. Anfang der neunziger Jahre ist ein bloßes Anknüpfen oder eine aktualisierende Adaption nicht mehr möglich. Die Vorlage mit ihrer Geißelung der ungleichen und ungerechten Zustände dient nur als Ausgangspunkt. Die Aristophanische Utopie einer leistungsgerechten Umverteilung teilt Hacks nicht.

Statt dessen zeigt er vorausschauend, wie die Funktionsweise eines fortgeschrittenen, neoliberalen Kapitalismus Menschen und Beziehungen zerstört. Zu diesem Zweck baut er die Fabel um und modifiziert auch Herkunft und Rolle des Pluto, der jetzt als Geldgott zur Kenntlichkeit verändert ist.