Kindermund

Der Darsteller eines der bösen Vettern in Gregoreks Aufführung des »Armen Ritters« war plötzlich erkrankt. Die Regisseurin war eingesprungen und hatte ohne Probe die Rolle des Herrn Firlefanz übernommen, Hacks hatte sich auf einen Rangplatz gesetzt und leistete ihr seelischen Beistand und genoß den Spaß.

Weiterlesen ...

Hacks' »Orpheus« im Theater im Palais (Quelle: OSKINO/Bräuniger)Am 21. März 2022 wäre der Dichter und Dramatiker Peter Hacks 94 Jahre alt geworden – für die Peter-Hacks-Gesellschaft der Anlass, für Theater- und Hacks-Freunde etwas ganz besonderes auf die Bühne zu bringen.

 

Berlin, 21.03.2022.

 

Zu seinem 75. Geburtstag bereitete man einst eine Veranstaltung im Deutschen Theater vor und erwartete den Auftritt des Dichters. Der aber lehnte ab. Warum man ihn, den Dramatiker, nicht einfach spiele, fragte er damals. Wir haben diesen Rat beherzigt. Am vergangenen Freitag lief im Theater im Palais vor ausverkauftem Haus und begeisterten Zuschauern die Operette „Orpheus in der Unterwelt“ in einer musikalischen Lesung.

Inszeniert von Jens Mehrle, dem Regisseur auch der Uraufführung von 1998, machte das vortreffliche Ensemble die Aufführung zu einem Höhepunkt an Welterkenntnis und Genuss. Was widriger Umstände wegen im vergangenen Jahr noch abgesagt werden musste, wurde nun zu einer würdigen Feier des Geburtstags von Peter Hacks. In den Hauptrollen begeisterten Winnie Böwe als Eurydike, Gottfried Richter als Orpheus und Jörg Thieme als Pluto das Publikum im ausverkauften Theater im Palais in Berlin-Mitte.

Peter Hacks hatte die berühmte Operette von Jacques Offenbach 1995 im Auftrag des Deutschen Theaters Berlin neu bedichtet. Das Theater selbst hatte die Neufassung dann aber nicht in sein Repertoire aufgenommen, so dass diese dann erst 1998 im Kulturpalast in Bitterfeld ihre Uraufführung erlebte. Seither wurde das Stück, das zu den wichtigsten Werken in Hacks' Nachwendeschaffen gehört, nur sehr selten aufgeführt. (moe)

 

Auf der Bühne des ausverkauften Theaters im Palais (v.l.n.r.): Volkmar Paschold, Ursula Werner, Jörg Thieme, Gottfried Richter, Winnie Böwe, Felix Würgler und Sabine Böhm, stefanpaul am Klavier (Quelle: OSKINO/Bräuniger)