Die Germanistin und Literarturhistorikerin Leonore Krenzlin ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb sie bereits am 10. August 2026 in Berlin. Mit ihr verliert die Hacksforschung einen ihrer bedeutenden Köpfe.
Berlin, 05.09.2026.
Dr. Leonore Krenzlin ist tot. Die Germanistin und Literarturhistorikerin starb am 10. August 2026 im Alter von 92 Jahren in Berlin.
Krenzlin war die älteste Tochter des Kunsthistorikers Herbert Zschelletzschky. Von 1953 bis 1957 studierte sie Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitete danach zunächst als Dramaturgie-Assistentin bei der DEFA. Ab 1960 war sie als wissenschaftliche Assistentin am Germanistischen Institut der Humboldt-Universität tätig bevor sie im Januar 1965 in die Kulturredaktion des »Neuen Deutschlands« wechselte. Nach Kritik an den Beschlüssen des 11. Plenums schied sie dort aus und war später von 1970 bis 1990 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR. Dort arbeitete sie unter anderem an der »Geschichte der deutschen Literatur« mit und forschte und veröffentlichte zur Literatur des Nationalsozialismus, zu den Schriftstellern der »inneren Emigration«, zum Problem der Remigration nach 1945 oder zur DDR-Literatur. Einer größeren Öffentlichkeit wurde sie in den siebziger Jahren durch ihre literaturkritischen Beiträge in der Wochenzeitung »Sonntag« bekannt. 1978 promovierte sie zu Hermann Kants Leben und Werk; ihre Dissertation erschien in mehreren Auflagen auch als Buch und gilt als Standardwerk der Hermann-Kant-Biografien. Von 1979 bis zu ihrem Tode war Krenzlin mit dem Germanisten Dieter Schiller verheiratet. (bsj)


