Leitwort

Der Komponist Baby Faber hatte sich in Hacks’ frühen Münchener Jahren ein wenig seiner angenommen, erzählte ihm auch manche Begebenheiten und Erlebnisse.

Als die Nazis in zunehmendem Maße auf die Rassenfrage zu sprechen kamen, hatte Faber für angezeigt befunden, für eine Weile in einer psychiatrischen Anstalt Unterkunft zu suchen.

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Als Hacks 22 war, trat er frohen Muts in der „Schwabinger Laterne“ auf und trug erste poetisch-satirische Stücke vor. Er hoffte damals (zum Beispiel) auf Liquidierung der Kriegsverbrecher, doch als er gegen Vater, Bruder und Schwägerin drauf wettete, verlor er krachend. Dass das Neue das Alte zu werden vorhatte, sah er also früh und beurteilte es nüchtern. Er traf eine Entscheidung, die zu verstehen sich viele noch heute quälen: Er emigrierte in die DDR.Hacks Laterne

 Mit 44 war er einer der erfolgreichsten und produktivsten Dichter seines Landes, durchaus im Einklang mit Staat und Partei, wenn auch nicht immer mit allen ihrer Organe, aber auch im Bewusstsein, dass Opportunismus mit nichts als Katzengold, Flitter, tückischem Lob und am Ende dem Tod geahndet wird.
An seinem 66. hatte das Alte ihn wieder eingeholt und wird ihm nicht froh ums Herz gewesen sein. Denn „betrogene Völker sind kein angenehmer Anblick“.
Heute, zu seinem 88., hat die Welt sich insoweit verändert, dass Hacks inzwischen tot und der Mob nicht mehr nur auf der Straße ist, sondern, wie stets von ihm vermutet und vorgeahnt, gleich gar in den Parlamenten sitzt.
Über Wege und Abwege der menschlichen Spezies ist bei ihm alles zu erfahren, das macht sein Werk frisch und aktuell übers Absehbare hinaus. Den Verzagenden unter den Vernünftigen gilt die „Optimismusdebatte“:
Kann man überhaupt etwas tun? sagte ein Mitkämpfer, der es satt hatte.
Tun wir denn nichts? fragte Hacks.
Was immer wir tun, sagte der Freund, es zeitigt keine Folgen.
Wer weiß, sagte Hacks. Heute nein, morgen doch.