NUMA

Ab August 2017 hatte die Peter-Hacks-Gesellschaft eine kleine, neue Bühne. Sie trug den Namen NUMA. Das war hoch gezielt und weit geworfen, jeder Kenner der Dramen von Hacks weiß das. Allen andern sei das gleichnamige, bis heute unaufgeführte Stück empfohlen, mit dem Hacks auf ein klassisch-römisches Italien zurück- und auf ein sozialistisches vorgreift.
 Davor hatte fünf lange Jahre ein anderes kleines Theater der Hacks-Gesellschaft sein Publikum mit Lesungen, Buchvorstellungen, Vortrags-, Diskussions- und Kleinkunstabenden unterhalten; 2015 musste das „HABBEMA“ schließen. Mit dem NUMA sollte es wieder einen Ort geben, an dem des DDR-Theaters und seiner Mimen, des Dichters Peter Hacks und manches andern Schriftstellers gedacht und Bekanntes und Vergessenes ebenso wie überraschend Neues zur Aufführung gebracht werden kann. Und zu welchem Behufe?



Vom Vorrat auszuteilen der Gesittung

Ist unsre Schuld. Ihr Beifall unsre Quittung.

 

Interview mit dem Vorsitzenden Dr. Matthias Oehme zur Eröffnung (als PDF-Download).

 

HABBEMA im Prenzlauer Berg

Davor war das HABBEMA die Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft – fünf Jahre lang hatte es, mitten im Prenzlauer Berg, das kleine Theater Lesungen, Buchvorstellungen, Vortrags-, Diskussions- und Kleinkunstabende veranstaltet.

Die »Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft« führte den Namen ihrer Intendantin, der Schauspielerin und Regisseurin Cox Habbema. Sie hat früher Hacks gespielt und inszeniert, sie und ihr damaliger Mann, der Schauspieler Eberhard Esche, waren eng mit Hacks befreundet. Cox Habbema unterstützte die Bühne und prägte die Programmgestaltung mit.

Dann erreichte und die Nachricht, daß Cox Habbema am 18.4.2016 gestorben ist.

In einigen Zeitungen ist der Nachruf auf Cox mit einem Bild von ihr illustriert, da sitzt sie in einem Sessel, der den Besuchern unseres Theaters bekannt vorkommt. Einer von diesen Sesseln, es waren vier, stand oft auf der Bühne; Vortragende, Gesprächspartner, mancher Schauspieler saßen darin. Und Cox hatte diese Sessel, ebenso wie das Theatergestühl aus blausamtenen Sitzen, durch pfiffig genutzte Beziehungen beschafft. Stühle und Sessel standen einst in der Möwe, dem bekannten DDR-Künstlerclub, später auf einem Speicher, aus dem Cox sie erlöste.
Cox Habbema hat sich den Aufbau und das Programm der „Bühne der Peter-Hacks-Gesellschaft“ zur lustvollen Aufgabe gemacht. Es sollte, fand sie, einen Ort geben, an dem ohne Nostalgie des DDR-Theaters und seiner Mimen, des Dichters Peter Hacks und manches andern Schriftstellers gedacht werden und Bekanntes und Vergessenes zur Aufführung gebracht werden konnte. Ihr Versuch fand viele Freunde und Unterstützer, und alle fanden, dass die Bühne ihren Namen tragen sollte: Habbema. Und ihr ist auch aller Erfolg zu danken: Sie spielte, inszenierte, warb und plante. Auch die dringend erforderlichen materiellen Mittel kamen fast durchweg von ihr. Wegen gesundheitlicher Probleme blieb die ideelle Unterstützung allmählich aus, und schließlich auch die materielle ... Sie war traurig, als nach so ziemlich fünf Jahren Schluss war mit dem heiteren und ernsten Spiel.

Nun sind wir traurig, dass sie nicht mehr unter uns ist, sondern im Schauspielerhimmel, den Eberhard Esche einst in seinen Grabreden tröstlich herbeiphantasiert hatte. Mit Esche war sie verheiratet, als sie noch in der DDR lebte, und hatte mit ihm schöne Erfolge im Film wie auf der Bühne. In den Nachrufen wird davon erzählt, ein jeder erinnert sich an Filme, Stücke, Inszenierungen ... Vor allem durch letztere ist ihr Name auch mit Hacks verbunden, sie führte Regie bei „Senecas Tod“ und „Musen“, und sie spielte im „Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“. Ein Blick aus dem Schauspielerhimmel offenbart, dass es nun auf der Erde weder das „Habbema“ noch auch Cox Habbema mehr gibt.

„Freilich, wenn die Sonne fort ist, kommt die Kälte aus dem Wald hervor, so wie, wenn Cox verschwunden ist, die ganze Kälte wieder aus der Welt gekrochen kommt.“ (Peter Hacks, 22.6.1973)