Rückblick
Hier sehen Sie eine Übersicht der zurückliegenden Veranstaltungen. Es handelt sich um Veranstaltungshinweise der Peter Hacks Gesellschaft und Hinweise auf externe Veranstaltungen.
Donnerstag, 13. Juni 2024, 19:30 Uhr
Reihe »3D« Pitaval des Kaiserreiches: Der Skandal um Herrn Leberecht von KotzeFernsehspiel, DDR 1966
Fernsehspiel von Freidrich Karl Kaul und Walter Jupé Einführung: Detlef Kannapin Kostenbeitrag: 8,– / ermäßigt 5,– Euro Die sechs authentischen Prozesse, die aus der historischen Epoche von 1871 bis zur Niederlage der Monarchie ausgewählt wurden für die Sendereihe »Pitaval des Kaiserreichs«, sind sorgfältig und bewußt unter dem Aspekt zusammengestellt, symptomatische Verhaltensweisen dieser Gesellschaft sichtbar zu machen. In jedem dieser Prozesse wird erkennbar, daß Verbrechen oder gesetzwidriges Verhalten mit zweierlei Maß gemessen wurden. Mord blieb zwar Mord, aber ob der Mörder bestraft wurde, hing von seiner Standeszugehörigkeit ab. Die »Elite der Nation«, Adel, Offiziere, höhere Beamte, Studenten – privilegierte Kasten – nahmen für sich eine besondere Standesehre in Anspruch. Zur Wahrung dieser Standesehre hatte sich aus dem Feudalismus auch eine entsprechende Form erhalten. So konnte sich ein Mann dieser Klasse für eine erlittene Rechtsverletzung durch Standesgenossen persönliche Genugtuung im Duell verschaffen. Selbstverständlich sollte dabei verletzt oder getötet werden. Das Ergebnis ersetzte das Urteil, und die Gesetzgebung nahm Rücksicht darauf. Als z. B. der Rittmeister v. Kotze 1894 seine Widerersacher Baron v. Schrader im Duell tötete, wurde er nicht dafür bestraft. Aus ganz anderen Gründen war er am Hofe in Ungnade gefallen. Im November 1892 begannen anonyme Briefe Entsetzen und Schrecken in den Hofkreisen zu verbreiten. Jeder, der in offizieler oder personlicher Bezienung zu den Majestäten stand, auch der Kaiser und die Kaiserin selbst, wurden Ziel von Beschimpfungen. Der anonyme Briefschreiber sprach in zynischer Offenheit alle Laster und Entgleisungen aus. Nach zwei Jahren tauchte plötzlich das Gerücht auf, ein Mann, der gar nicht so gewandt mit der Feder war habe die Briefe geschrieben. Es handelte sich um Herrn v. Kotze. Als der Kaiser von dem Gerede über seinen Zeremonienmeister hörte, äußerte er: »Es ist unmöglich, ihn jetzt zu entlassen. Denke an den Skandal, den sein Sturz verursachen würde. Er ist mit dem halben Adel memes Königreiches verwandt und verschwagert, ist mein Kammerherr und mein Freund.« Vier Wochen später jedoch unterschrieb der Kaiser Leberecht v. Kotzes Haftbefehl. Dieser Skandal, der sich in allerhöchstem Personenkreis im Berliner Schloß abspielte, dessen Ehrenrührigkeit damals Regimenter in Erregung brachte und Kotzes Familie unschuldig ins Unglück stürzte, war dennoch der Lächerlichkeit preisgegeben; auch der Schadenfreude darüber, daß durch diesen Hofskandal Kunde von der Verworfenheit und Morschheit der »Deutschen Blüte der Nation« bis ins Ausland drang. (Quelle: FF dabei Nr. 20/1966)
Donnerstag, 30. Mai 2024, 19:00 Uhr
Buchpremiere Peter Hacks: »Ascher gegen Jahn«Podiumsdiskussion mit dem Herausgeber Sebastian Kaep und Jens Mehrle
»Der Dichter will kein Geschichtsschreiber sein«, schreibt der Dichter – und musste es doch werden. Das napoleonische Zeitalter diente Peter Hacks als Folie für die »allerheutigsten Kriege«: An den Kämpfen zwischen Rheinbund und deutscher Nationalbewegung, Klassik und Romantik, Vernunft und ständischem Dünkel sah er die Möglichkeit, Grundfragen des Sozialismus zu verhandeln. Wie viel Staat braucht der Staat? Was wollen seine Kritiker tatsächlich? Wer repräsentiert den Fortschritt, wer die Reaktion? Im Zentrum stehen hierbei zwei historische Akteure, der Bonapartist Saul Ascher und der Romantiker Friedrich Ludwig Jahn. Kostenbeitrag: 8,– / ermäßigt 5,– Euro Um eine Voranmeldung unter Telefon (030) 36 46 64 24 oder
Donnerstag, 23. Mai 2024, 19:00 Uhr
Reihe »3D« Lukas Meisner: Medien und MedienkritikKannapin im Gespräch
In festgefahrenen Positionen und versteifter Polemik befangen, offenbart sich die heutige Debattenkultur als handfeste Krise der Öffentlichkeit. In seinem Buch »Medienkritik ist links« bricht Lukas Meisner mit dem Schweigen der Linken. Er zeigt nicht nur die Risiken pauschaler Dämonisierung der Leitmedien als »Lügenpresse« auf, sondern weist nach, warum die Verunglimpfung jeglicher Medienkritik als »rechtspopulistisch« nicht weniger demokratiegefährdend ist. Er macht klar: Was lange fehlte und was es wieder braucht, ist eine medienkritische Linke, die – anders als rechtes Geplärr – im Sinne der Demokratie und nicht gegen sie vorgeht; die aber – anders als Liberale – gerade den gesellschaftlichen Rechtsruck historisch-materialistisch als Ausdruck ökonomischer Krisen erkennt. Kostenbeitrag: 8,- Euro / 5,- Euro Voranmeldung per Telefon unter (030) 36 46 64 24 oder
Mittwoch, 08. Mai 2024, 19:00 Uhr
»Der 8. Mai – Bedeutung eines Tages«
Zum Jahrestag der Befreiung am 8. Mai 1945»Der 8. Mai – Bedeutung eines Tages«Burkhard Schmidtke im Gespräch mit Alexander RahrVor einigen Jahren erschien im Verlag Das Neue Berlin das Buch »Der 8. Mai. Geschichte eines Tages«, herausgegeben von Alexander Rahr. Mit Blick auf die Geschichte und mit Blick auf unsere Zeit wollen wir über die Bedeutung dieses Tages für »uns« und für »die« sprechen. Dabei geht es auch um das russisch-deutsche, das deutsch-russische Verhältnis, das seit jeher ein besonderes war – und die Sicht auf den jeweils anderen. Mittwoch, 8. Mai 2024, 19.00 Uhr, Café Sibylle Eintritt: 8,– / ermäßig 5,– Euro Um eine Voranmeldung unter Telefon (030) 36 46 64 24 oder
Donnerstag, 25. April 2024, 19:00 Uhr
Kannapin im Gespräch Sein, Bewusstsein, Klassenbewusstsein – und Unbewusstes.Die Beiträge von Wilhelm Reich zum Konzept eines menschengerechten Sozialismus
Kannapin im GesprächSein, Bewusstsein, Klassenbewusstsein – und Unbewusstes.Die Beiträge von Wilhelm Reich (1897-1957)
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